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James Joyce über Dublin

Die Bewohner Dublins seien ” die hoffnungsloseste, nutzloseste und widerspruchsvollste Rasse von Scharlatanen, der ich je auf der Insel oder dem Kontinent begegnet bin. Der Dubliner verbringt seine Zeit mit Schwatzen und Rundgängen durch die Bars, Schenken und Spelunken, ohne je seine doppelten Quantitäten von Whiskey oder Home Rule satt zu kriegen, und nachts, wenn nichts mehr reingeht und er mit Gift angefüllt ist wie eine Kröte, stolpert er aus einem Nebenausgang und geht, geleitet vom instinktiven Wunsch  nach Standhaftigkeit, der geraden Häuserfront entlang und schrubbt seinen Rücken an allen Mauern und Ecken.”

er sei Dublins “Schönheit nicht gerecht geworden, denn sie ist an Natur schöner, als was ich von England, der Schweiz, Frankreich, Italien oder Österreich gesehen habe.”

Phoenix Park

Name von “fionn usice” = Klares Wasser, im Park entspringt eine Quelle, Mitte des 18. Jh. als Park der Öffentlichkeit übergeben, fast 1800 Morgen Land, einer der größten Stadtparks Europas. Sitz des Präsidenten, amerikanische Botschaft, Verteidigungsministerium, Hauptquartier der irischen Polizei, Krankenhaus, Waffenmagazin, Sportfelder, Zoo, Damwildherden. Papst Johannes Paul II zelebrierte dort vor einer Mio Menschen die Messe (1979)

Glasnevin Cemetery

Eingeweiht 1832, durchgesetzt von Daniel O’Connell, offen für alle Nationalitäten und Konfessionen (damals durften Katholiken kein ordentliches Begräbnis erhalten) Viele wichtige Personen der irischen Geschichte sind dort begraben, auch o’Connell selbst, mit einem weithin sichtbaren Rundturm als Grabmal. Außerdem Roger Casement und weitere irische Revolutionäre, Eamon de Valera, Michael Collins. Der ältere Teil des Friedhos ist wie eine Festung mit hohen Mauern gesichert, denn frische Leichen  brachten Anfang des 19. Jh. viel Geld, da für anatomische Forschungen ständig Nachschub benötigt wurde. Manchmal ischten sich die Grabräuber unter die Trauergäste und ließen mit Betäubungsmittel vermischten Whisky kreisen, waren alle bewusstlos, stahlen sie die Leiche.

Auch Brendan Behan liegt dort begraben. Am Südende befindet sich seit 1833 die Kneipe “John Kavanagh”, die im Volksmund auch “Gravediggers”heißt, älteste Familienkneipe Dublins, auch heute noch sehr beliebt.

Friedhof berherbergt schönes Museum, um die Gräber der berühmten zu sehen, schließt man sich am besten einer Führung an.

Brazen Head

Ältestes Wirtshaus Irlands (seit 1198), jetziges Gebäude stammt aus dem Jahr 1700 und war Halteplatz der Postkutschen. Name soll zurückgehen auf ein vorwitziges (brazen) Mädchen, das bei der Bealgerung von Limerick den Kopf zu weit aus dem Fenster streckte und von einem Soldaten von William of Orange geköpft wurde.

In der Kneipe gingen viele Prominente ein und aus, z.B. Theobald Wolf Tone (Rebellion 1798)und Robert Emmet (Rebellion 1803). Sein Schreibtisch steht noch im Obergeschoss. Auch der Henker verkehrte hier, nach seinem Tod wollte jeder Mal aus dem “Hangman’s Glass” trinken.