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Mittagslicht

Die Lichtfarbe ist (außer im Winter) vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag konstant (ca. 5.500 K). Größtes Problem: kräftige, fast vertikale Schatten. Wenn Schatten unvermeidbar, dann so wenig wie möglich, auf jeden Fall als Gestaltungselement im  Bild sehen, da sie so sehr auffallen! Oft ist in den Schatten dann keine Zeichnung mehr vorhanden (tiefschwarz)

Fast senkrechte Sonne setzt Streiflichter auf Wände und andere vertikale Flächen, kann Strukturen hervorheben.

Landschaften leiden am meisten unter solchen Licht, da sie im rechten Winkel zur Sonne stehen, je falcher, desto weniger Struktur, man muss nach dominanten Formen oder starken Farben Ausschau halten, um das BIld interessant zu machn.

  • Stadt
  • Bäume vor Himmel mit niedrigem Aufnahmestandpunkt
  • kräftige Farben mit Licht im Rücken
  • Spiegelungen
  • Mauern
  • senkrechte Steinstrukturen, Felswände
  • Aufnahmen im Schatten
  • Aufnahmen mit Schatten als zentralem Gestaltungslement

Belichtung bei hohem Kontrast

Hoher Kontrast, helles, dominantes Motiv (z.B. helles Gebäude durch dunklen Torbogen fotografiert)
Messung mit Schwerpunkt auf den bildwichtigen Teilen, da Motiv hell, eher etwas überbelichten!

Hoher Kontrast, kleines, helles Motiv (z.B. beleuchtetes Ausstellungsstück in einem Museum)
Spormessung aufs Motiv, mit kleiner Zugabe nach oben um Unterbelichtung zu vermeiden

Hoher Kontrast, Motiv zum Teil sehr schattig (Gebäude bei Sonnenlicht)
Spotmessung auf helle und dunkle Bereiche, daraus Mittelwert und/oder Belichtungsreihe, Lichter dürfen nicht ausfressen, Schatten müssen noch Zeichnung haben, evt. mehrere Aufnahmen kombinieren, bei zu hohem Kontrastumfang

Hoher Kontrast, Motiv dunkel (z.B. Statue vor Himmel)
Spotmessung auf helle und dunkle Bereiche, daraus Mittelwert und/oder Belichtungsreihe, Lichter dürfen nicht ausfressen, Schatten müssen noch Zeichnung haben, evt. mehrere Aufnahmen kombinieren, bei zu hohem Kontrastumfang

Blende, Belichtungszeit, ISO Empfindlichkeit

Änderungen der Blendenöffnung werden in Blendenstufen gemessen, jede Blendenstufe bedeutet dabei eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Lichtmenge. Schließt man also die Blende von 8 auf 16, fällt halb so viel Licht durch das Objektiv.

Die Belichtungszeit wird ebenfalls in Blendenstufen gemessen, eine Verdoppelung der Belichtungszeit sorgt für Verdoppelung der Lichtmenge, die einfällt.

Denselben Einfluss hat die Veränderung von ISO-Werten, eine Verdoppelung des ISO-Wertes, also der Lichtempfindlichkeit des Sensors hat ebenfalls eine Verdoppelung der Lichtmenge zur Folge.

MIttlerweile gibt es neben den traditionellen Werten meist Zwischenstufen, um eine noch bessere Feinabstimmung zu ermöglichen.

Neutralgraufilter

Neutralgraufilter verwendet man meist, um Wasser weich und verwischt darzustellen, je nachdem kann der Effekt auch für Nebel und Wolken eingesetzt werden.

Neutralgraufilter gibt es in unterschiedlicher Stärke, dabei wird einfach das Licht, das auf den Sensor fällt, reduziert und so die Belichtungszeit verlängert. Los geht es bei einer Dichte von 0,3, das reduziert das Licht um eine Blendenstufe, d.h. die Blende muss um einen Wert weiter geöffnet werden, bzw. die Belichtungszeit um einen Wert verlängert. Damit einem die Rechnerei erspart bleibt, gibt es dafür Tabellen bzw. auch Apps fürs Smartphone wie z.B. Exposure Caclulator für Android.

Je dichter der Filter, desto sinnvoller ist es, noch eine weitere Blendenstufe hinzuzugeben und eher heller zu belichten.

Der “Allrounder” ist der Filter mit Dichte 1,8, für extreme Fälle kann man denn 3.0 benutzen.

Vorgehensweise:

  • Kamer auf Stativ montieren
  • Belichtung ohne Filter messen
  • Mit dem Autofokus scharfstellen und dann auf manuelle Fokussierung umschalten oder direkt manuell fokussieren
  • Filter aufschrauben
  • Belichtungszeit nach Tabelle einstellen
  • Sucher verschließen, damit kein Streulicht einfällt
  • Spiegelvorauslösung einstellen
  • Fernauslöser verwenden

Jede Menge Informationen gibt es hier: http://www.graufilter.net/ und auch hier: https://kwerfeldein.de/2011/02/03/graufilter-fotografieren/

Wasser – Langzeitbelichtung oder einfrieren

Wie Wasser auf dem Bild aussieht, hängt von der Fließgeschwindigkeit und der Belichtungszeit ab. Fließt oder spritzt es schnell, braucht man extrem kurze Belichtungszeiten, um es scharf abzubilden bzw. schon bei ca. 1/125 Sekunde wird es unscharf.

Fließt es langsam, verlängert sich entsprechend die jeweilige Belichtungszeit.

Verwischtes Wasser bei Wasserfällen und Bächen kann man ab ca. 1/4 Sekunde erreichen, 1 Sekunde ist ein ganz guter Mittelwert für den Anfang. Es gibt aber keine immer gültigen Regeln, man muss mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten machen.

Am Meer kann man das Verschwimmen der Wellen effektiv eher ab Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis 2 Minuten erreichen. Um diese langen Belichtungszeiten zu erreichen, muss man manchmal mit Neutralgraufiltern verschiedener Dichte arbeiten.

Damit bei Langzeitbelichtungen das Wasser nicht weiß ausfrisst, Neutralgraufilter verwenden, das setzt den Kontrast herab und hilft!

Hyperfokale Einstellung

Um die mögliche Schärfentiefe voll zu nutzen, sollte man gerade bei Landschaftsaufnahmen manuell fokussieren bzw. den Autofokuspunkt gezielt festlegen. Denn die Tiefenschärfe erstreckt sich zu beiden Seiten des gewählten Punktes (ein Drittel davor, zwei Drittel dahinter). Fokussiert man auf unendlich, verschenkt man jede Menge Schärfe!

Grobe Faustregel:
Fokussieren auf ein Drittel der Distanz des nächsten und des entferntesten Punktes, die scharf abgebildet werden sollen.

Genauere Faustregel:
APS-C Sensor
16 – 18 mm: 1,5 m, Blende 11 ab 75 cm bis unendlich scharf
10-15 mm; 1 m, Blende 11, ab 50 cm alles scharf

Vollformat-Sensor
24 – 28 mm: 1,5 m, Blende 16, ab ca. 75 cm bis unendlich scharf
16 – 20 mm: 1 m, Blende 16, ca. ab 50 cm alles scharf

Es gibt Apps (wie z.B. Hyperfocal Pro für Android), die diese Entfernung für verschiedene Kameras und Brennweiten kalkulieren, das ist genauer! Wenn das Objektiv nicht über eine Entfernungsskala verfügt, hilft wieder nur das Schätzen.

Schärfentiefe – aber Vorsicht

Je weiter man die Blende schließt, desto größer wird die Schärfentiefe, also der von vorne nach hinten scharf abgebildete Bereich.

ABER: ab einer bestimmten Blende lässt die generelle Schärfe des Bildes nach, weil mehr Lichtstrahlen an der kleinen Blendenöffnung gebrochen werden, daher ist so weit wie möglich Abblenden nicht die Lösung!

Bei Kompaktkameras nicht mehr als Blende 11, bei APS-C Sensoren nicht mehr als f16, bei Kleinbildsensoren nicht mehr als f22!!!